Synonyme für Olivenbaum: Ölbaum
Wissenschaftlicher Name: Olea europaea L.
Familie: Oleaceae (Ölbaumgewächse)
Olivenhaine sind der Inbegriff des Mediterranen. Heiße Sommer mit flirrender Luft und das Zirpen hunderter Grillen gehören zu den trockenen Hainen, in denen die knorrigen, oft bizarr krumm gebogenen Olivenbäume seit hunderten von Jahren wachsen. Der älteste in Europa bekannte Olivenbaum ist schätzungsweise mehr als 2000 Jahre alt, er wächst in Montenegro in der Nähe der Stadt Bar.
Bis sie ihre Höhe von bis zu zwanzig Metern erreichen, vergehen viele Jahrzehnte. Die immergrünen Bäume in den Olivenhainen sind in der Regel sehr viel kleiner. Sie werden geschnitten, damit sich die Oliven leichter ernten lassen. Die Rinde, die bei jungen Bäumen grün und glatt ist, wird im Alter rissig. Von Ende April bis Anfang Juni öffnen sich die weißen oder gelben Blüten, die in Rispen mit bis zu vierzig Blüten stehen. Aus der windbestäubten Blüte entwickelt sich als Steinfrucht die Olive, die unreif grün und reif schwarz oder braun-violett gefärbt ist. Den ersten Fruchtertrag gibt der Baum oft erst ab dem siebten Jahr, wobei der Ertrag nur alle zwei Jahre reichlich ausfällt, ein Phänomen, das als Alternanz bekannt ist. Erntezeit ist ab Oktober bis in den März hinein.
Olivenbäume sind optimal an ihre trockene Heimat angepasst. Mit bis zu sechs Meter langen Wurzeln können sie Wasser aus der Tiefe holen. Die schmalen ledrigen Blätter sind zusätzlich auf der Unterseite mit Härchen, den so genannten Sternhaaren, als Verdunstungsschutz bedeckt. Blätter sind auf der Unterseite mit Spaltöffnungen durchsetzt, Öffnungen in das Blattinnere, über die die Pflanze Kohlendioxid aufnimmt, aber auch Flüssigkeit verlieren kann. Die Sternhaare fangen austretende Feuchtigkeit an den Spaltöffnungen auf und geben sie an das Blatt zurück.